Hunde Zwischendurch

Die Sache mit den Hunden – oder warum sie meine treusten Wegbegleiter sind…

Juni 23, 2021

Ich werde immer und immer wieder unterschiedliche Dinge gefragt. Ich mag es ja wenn man mich frei raus und direkt Sachen fragt und sich nicht selbst ohne einfach zu fragen oder sich so manches einfach mal „live und in Farbe“ anzuschauen anfängt womöglich auf Basis falscher Tatsachen oder Gedanken eine Meinung über mich und mein Leben zu bilden.  Zwei immer wieder kehrende Fragen, die sich auch in diesem Jahr  schon wirklich gehäuft haben. Heute möchte ich Euch im Folgenden mal versuchen eine davon irgendwie verständlich jetzt hier zu beantworten (und nein ich mache das jetzt nicht, weil ich das Gefühl habe mich irgendwie rechtfertigen zu müssen, sondern einfach, damit vielleicht der ein oder andere das besser verstehen oder nachvollziehen kann warum es so ist, wie es ist.):

Zweithäufigst gestellte Frage der letzten Wochen/Monate – „Michaela, warum hast du Hunde?“ „Michaela, wie kommt man dazu zwei Hunde zu haben?“

Seit ich eigentlich Beau habe kommt diese Frage immer und immer wieder, seit vor fünf Jahren Elvis dazu kam kommt diese Frage sogar noch mehr auf. Nun ja, lasst mich mal ein bisschen ausholen. Manche wissen es vielleicht gar nicht, aber es gab vor Beau auch schon einen anderen Hund in meinem Leben – er hieß Rambo. Ja ich weiß, nicht gerade ein super Name, aber als mein ExMann und ich ihn 2009 mit 9.5 Jahren aus dem Tierheim holten, hieß er schon so und reagierte auch auf den Namen. Deshalb hatten wir ihn so belassen.  Ich werde nie vergessen wie er völlig überfordert er da in einem Zwinger saß. Im April 2009 zog er bei uns ein. Er war ein Labrador Mischling. Der wurde beschlagnahmt beim Vorbesitzer wegen schwerer Misshandlung, Haltung im Keller, usw.  Ganz schwierig. Er war sehr unsicher und da er immer in einem Kellerloch eingesperrt war, kannte er nichts. Kein Schnee, kein Laufen auf einer Wiese, nichts. Er war unendlich leer in seinen Blicken und ich habe all meine Zeit und Liebe in ihn investiert. Leider war er schwer krank wie sich kurz danach rausstellte (HD beidseitig, ED, Myelopathie, Arthrose etc.) Vieles auch durch Stockschläge etc. verursacht. Ich habe ihm so gut wie es ging noch einen schönen Lebensabend ermöglicht. Er blühte noch einmal richtig auf. Genoss sein neues Leben, trotz Krankheit. Er half mir bei meiner Krankheit, ich ihm bei seiner. Nach der Trennung von meinem Mann im Januar 2010 war klar, dass er mit zu mir kommt. Er gab mir Halt, Tagesstruktur, eine Aufgabe in all der schwierigen Zeit. Und ich konnte ihm zeigen wie schön die Welt doch eigentlich ist. Wir waren ein so perfekt eingespieltes Team. Beide krank, aber beide stark…. Im Januar 2012 musste ich ihn gehen lassen, das hatte mich damals wirklich sehr zerrissen. Ihr könnt Euch gerne hier noch meinen letzten Artikel aus dem Jahr 2012 dazu lesen. Eigentlich war es für mich der perfekte erste Hund. Auch wenn unsere gemeinsame Lebenszeit sehr begrenzt war.

Ich denke heute immer wieder noch an ihn zurück. Dieses Bild hängt auch als Leinwand in meinem Wohnzimmer über der Couch.

Auf meinem Blog habe ich damals alles noch einmal nach gelesen, was ich über Rambo geschrieben habe. Immer und immer wieder. Einmal schoss es mir direkt und unverblümt in den Kopf „natürlich holst du dir wieder einen Hund, ohne Frage“, ein anders Mal sprach dann eine andere Stimme „kannst du all die Kraft aufbringen um einem neuen Hund gerecht zu werden? Was ist mit deiner Krankheit? Du wohnst jetzt alleine. Wäre es verantwortungsvoll?“ Ein stetiges auf und ab und da waren sie wieder: die schlaflosen Nächte, die wirren Gedankengänge etc. Nach vielen Recherchen im Netz, lesen einiger Bücher, Abwägungen der für und wieder, beschloss ich für mich, dass ich mein Leben einfach nicht mehr ohne einen treuen Begleiter an der Seite haben möchte.

So weit so gut – stellten sich nur noch die Fragen: Was für eine Rasse? Welpe/Junghund oder „Alttier“? Hündin oder Rüde? Was für eine Farbe? – Manchmal gar nicht so einfach sich für etwas zu entscheiden wenn man so viel „Auswahl“ hat. Doch die Antworten kamen irgendwie schnell und von alleine – Labrador (Rambo hat mich diese Rasse lieben gelernt) – Welpe (für meine damalige Lebenssituation und Umfeld einfach am besten) Rüde (ich brauch einfach einen Mann im Haus) und Farbe – definitiv schwarz. Ich liebe die Farbe schwarz, aber ich denke das dürfte allgemein bekannt sein. smilie_girl_057.gif

Tja und so ging die Züchtersuche damals los (mir war eine streng kontrollierte, FCI angeschlossene Zucht wichtig, ebenso ein Züchter, der nicht all zu weit entfernt ist wo ich mich jederzeit hinwenden kann) Das alles habe ich dann eine gute Stunde von mir hier entfernt gefunden.

Ich schrieb Christine an, erzählte ihr von meinem Verlust und von meinem Wunsch zum ersten Mal selbst einen Welpen groß zu ziehen. Sie erzählte mir, dass sie in ca. einem halben Jahr mit ihrer Hündin einen Wurf mit Arbeitslinien Labrador plane und, dass ich doch gerne mal vorbeikommen könnte. Das ließ ich mir natürlich nicht zwei Mal sagen und so besuchte ich Christine und Franca und fühlte mich dort direkt gut aufgehoben. Bei einem zweiten Besuch begleitete ich sie zu einem Dummytraining um mir mal anzuschauen, was ich später alles evtl. mit meinem Hund so zur artgerechten Auslastung machen könnte. Ich fand das alles großartig und mich freute, dass Christine mir sagte, dass sie mir gerne, sollte Franca aufnehmen und Welpen gebären, einen Rüden aus dem Wurf überlassen würde.

Es war alles ja so spannend und die Wochen verstrichen. Erst die Nachricht der Läufigkeit, dann die Nachricht des Deckens, des Tragend seins und dann der Geburt. Sechs Rüden und zwei Hündinnen. Ich war überwältigt. Und sobald es möglich war fuhr ich jede Woche dann zu den Welpen bis zur Abholung. Es war wunderbar diese Aufwachsen zu sehen, wie sie die Augen öffneten usw. Beau kam ab der fünften Woche immer zielstrebig zu mir und meiner Fotokamera und es war dann auch bald klar, dass er einfach perfekt zu mir passte. Das Abenteuer Welpe und zum ersten Mal einen Welpen aufziehen startete am 15.09.2012 und es war wunderbar. Beau lehrte mich viel und ich lehrte ihn viel. Meine Unerfahrenheit machte er durch Zuvorkommnis wett und unsere Teambildung stieg stetig. Als Beau dreizehn Monate alt war passierte dann etwas was unsere Bindung auf eine harte Probe stellen sollte. Er rannte zusammen mit einem anderen Labrador beim Spielen aus vollem Renn Modus frontal in mein linkes Bein und bescherte mir somit einen Schienbeinkopfbruch ziemlich heftiger Art.

Mitten in der Pubertät musste ich Beau auf Grund dessen, dass ich drei Monate nicht laufen durfte, unterschiedlichsten Gassigängern anvertrauen, damit er seinen regelmäßigen Auslauf bekam. Ich schwitzte Blut und Wasser teilweise, da ich manche davon nicht gut kannte und hoffte inständig, dass ich die Gassigänge bald wieder von selbst erledigen konnte. Beau verstand zuerst gar nicht weshalb ich nicht mehr mit ihm rausgehe und sein Vertrauen in mich hat in dieser Zeit dann doch ein bisschen gelitten. Um so mehr erforderte nach meiner Heilung viel Geduld, Training und Bindungsspaziergänge bis wir wieder zu einem kompromisslosen Team zusammen fanden.

Beau bewährte sich in dieser Zeit aber als wunderbarer Helfer zu Hause im Alltag. Fiel mir irgendetwas mal ungewollt zu Boden hob er mir es ohne ihn darum bitten zu müssen auf. Dinge, die ich auf Grund meiner zwei Krücken nicht von A nach B tragen konnte, trug er für mich. Als ich nach einer gewissen Zeit einen elektrischen Rollstuhl erhielt und zumindest ein bisschen wieder selbst mit ihm rausgehen konnte, war es für ihn nie ein Thema völlig selbstsicher und unerschrocken direkt am Rollstuhl an der Leine nebenher zu laufen. Er zeigte sich in so vielen Situationen als sehr guter Krankenbegleiter und so beschloss ich mit ihm nach meiner Genesung ihn als Therapie, Begleit- bzw. Besuchshund auszubilden. Ich hielt es für eine sehr gute Ergänzung zur Dummyarbeit. Ich nannte es immer eine so genannte „passive“ Arbeit, die Beau auf eine andere Art und Weise wie die Dummyarbeit forderte und auslastete. Wir haben seither viel zusammen in dem Bereich gearbeitet. Im Frühjahr 2015 war die Ausbildung abgeschlossen und wir besuchten ab dort immer ein mal wöchentlich ein privates Pflegeheim mit Demenzkranken, einer MS Patientin, etc. Beau spendete Woche für Woche auf die unterschiedlichste Art und Weise den Menschen dort Freude, Zuversicht, Hoffnung, Ablenkung und Trost und er liebte es dort hinzugehen. Es waren wirklich zwei wunderbare Jahre, die er dort mit mir verbrachte. Leider mussten wir die Tätigkeit aufgeben, da uns der caritative Träger für den wir dies ehrenamtlich machten, mehr und mehr Steine in den Weg legten, was ein Weiterführen dieser Arbeit nicht mehr möglich machte. Wir wechselten zu einer anderen caritativen Einrichtung, die sich mit den vielen hier in Sigmaringen angekommenen Flüchtlingen beschäftigte. Dort haben Beau und ich dann ab sofort uns schwerpunktmäßig um traumatisierte Flüchtlingskinder gekümmert. Viele von ihnen kannten Hunde nicht live und in Farbe, waren auch noch nie im Wald, oder sonstiges. Beau hat ihnen quasi also seine Welt gezeigt und den Kindern als Freund und Helfer Sicherheit und Stärke, ebenso Freude und Ablenkung gegeben. Es war eine wundervolle Aufgabe, die mit Schließung der Flüchtlingsunterkunft sein Ende fand.

Im Alltag freut sich Beau immer wieder auf die Tage an der Hochschule (die gerade Corona bedingt leider wenig sind), an die er mich nun schon seit er 10 Wochen alt ist begleitet. Er ist allseits beliebt, hilft selbst dort wo es nötig ist Studenten ihre Prüfungsangst einzudämmen und lehrt auch die Studierenden immer wieder vieles im Umgang miteinander. Aus dem Studienalltag ist er nicht mehr wegzudenken, genau so wenig wie aus meinem Rudel. Er war Elvis, als dieser im Juli 2016 einzog, von Beginn an ein geduldiger Lehrer, verzieh mir als damalige Hundeanfängerin den ein oder anderen Fehler, gab mir von Anfang an die Sicherheit, dass es die richtige Entscheidung war mit ihm als Welpen meine ersten Hundeerfahrungen zu machen und mit seiner unbändigen Menschenkenntnis signalisiert er mir des häufigeren mal wo Vorsicht geboten ist. Beau und Elvis haben ein wunderbar unsichtbares Band geknüpft und Beau hatte es nie nötig Elvis ständig klar machen zu müssen, dass er hier schon länger wohnt und über ihm steht. Die beiden leben völlig harmonisch im Alltag miteinander sind vollwertig in meiner Familie integriert.

Beau war von Anfang an auch bei meinen Patenkindern ein wichtiger Lebensbegleiter. Erst bei meinem älteren Patenkind, welches gleich alt ist wie er und ebenso jetzt ganz verstärkt auch bei meinem zwei ältesten Patenkind welches Trisomie21 hat. Beau hat von Anfang an sich der Hilfe und Unterstützung hierbei verschrieben es ist einfach nur wunderbar wie die zwei zusammen ihren Lebensweg bestreiten, gemeinsam Abenteuer erleben etc.

Beau ist mittlerweile vom Aussehen her schon recht grau um die Schnauze geworden. Gesundheitlich und konditionell ist er nach wie vor in einer unglaublich einzigartigen Form, er kann in Sekunden von Null auf hundert beschleunigen und eine unsagbare Power an den Tag legen, aber auch genau so schnell in sich ruhend das süße Nichtstun in unserem großen Garten genießen. Ich hoffe, dass er noch eine Weile erhalten bleibt und wir gemeinsam noch viele weitere Erfahrungen sammeln und Abenteuer erleben werden. Für mich hätte es keinen besseren „Einstiegshund“ in die Welt der Arbeitslinine Labrador geben können als ihn und ich bin ihm sehr dankbar, dass er den Weg in mein Leben gefunden hat.

Wisst ihr, ich liebe Beau’s Charakter wirklich sehr – er ist enorm in sich ruhend, aber dennoch ein verspielter kleiner Quatschkopf. Er wird im nächsten Monat nun neun Jahre alt und ist bisher, so blöd es klingt der längste und treuste Mann in meinem Leben.

Und wieso nun zwei Hunde?

Elvis Mama lernte ich 2014 bei einem Training von Jörg Brach kennen. Das Wesen dieser Hündin gefiel mir sehr gut. Ebenso ihr Arbeitsstil und die Freude mit der sie arbeitete. Durch weitere Trainings traf ich sie immer wieder und war immer wieder aufs Neue fasziniert. Ebenso lernte ich nach und nach aus Ihrem ersten Wurf die Hunde bei der Arbeit und persönlich kennen und war auch von diesen durchweg angetan. Für mich stand ziemlich bald fest – wenn in Jörg Brach’s Züchter Zwinger Gundog’s Choice ein weiterer Wurf mit Tara fallen würde, dann möchte ich einen Rüden von dieser tollen Hündin haben. Ich wusste einfach für mich, dass irgendwie zur Ergänzung von meinem und Beau’s Alltag noch ein weiteres Mitglied fehlt, auf irgendeine Art und Weise Ergänzung. 

Am 17.05.2016 war es dann soweit und Elvis erblickte mit drei Brüdern und vier Schwestern das Licht der Welt. Ich freute mich wahnsinnig darüber und die Zeit bis zur Abholung am 31.07.2016 verging in meinen Augen viel zu langsam. Vier Jahre nachdem Beau bei mir eingezogen war ging das Abenteuer Welpe nun also von vorne los und es war im ersten Jahr an „Spannung“ und Abwechslung auch nicht zu toppen. So brach Elvis sich mit sechs Monaten beim Toben und Rennen mit Beau sich das linke Schultergelenk als er zu flach über einen Graben Beau hinter her sprang. Er wurde mit 6 1/2 Monaten somit an der Schulter operiert und ab da hieß es für Elvis erst einmal für drei Monate Leinenzwang. Der junge Mann ertrug dies alles sehr geduldig und tapfer und im März 2017 konnten wir dann nach einigen Nachuntersuchungen, die uns alle bestätigten, dass er diesen Bruch komplett ohne bleibende Schäden überstanden hatte, mit voller Power loslegen in Sachen Dummy.

Elvis zeigte schon in sehr frühem Alter ein ausgeprägtes Bring- und Zutrage Verhalten. Mit großer Freude apportierte er vom ersten Tag bei uns im Rudel an alles mögliche und das auch zielstrebig zu mir in die Hand. In der Grundgehorsamkeits Ausbildung bot er gerne und viel an, lernte sehr schnell und mit Freude. Durch die Zeit des unfallbedingten Leinenzwangs hatten wir sehr viel Zeit, Sachen wie Fußlaufen unter Ablenkung, Steadyness etc. zu üben.

Dummyarbeit macht Elvis seit dem ersten Training unglaublich viel Freude. Mit großer Schnelligkeit und Zielstrebigkeit arbeitet er immer sehr konzentriert. Sechs Wochen nachdem wir wieder Vollbelasten und ins Training einsteigen durften hat er mit mir kurz nach seinem ersten Geburtstag die Dummy A Prüfung bestanden und unser Start in die Prüfungswelt ging los. Parallel begann ich die jagdliche Ausbildung mit Elvis, da er von Anfang an immer dann wenn ich mit Beau im Wald unterwegs war, diesen Spuren immer schon mit großem Interesse nachging. Im Juli 2017 startete ich mit Elvis bei der JP/R als jüngster Hund und alle drei Richter waren durchweg von seinem schnellen, konzentrierten, kontrollierten und freudigen Arbeiten begeistert und machten uns durchweg Komplimente. Ohne zu Zögern und Zweifeln arbeitete er Aufgabe um Aufgabe hoch konzentriert und zeigte seine jagdliche Passion unermüdlich.

Elvis ist ein Labrador wie ich ihn mir immer gewünscht habe. Mein zuverlässiger Freund und Partner in Crime. Er ist immer fröhlich und stets gut gelaunt. Besucher/Studenten/Trainingskollegen/Prüfungsteilnehmer etc. begrüßt er immer neugierig interessiert und schwanzwedelnd. Wenn möglich immer mit einem Spielzeug apportierend im Mund als „Willkommensgeschenk“. Vom ersten Tag an hat er sich wunderbar in unser Rudel integriert und auch das Zusammenleben mit Beau ist bis heute völlig harmonisch und problemlos gepaart mit viel Spaß, Spielereien und Vertrauen, egal in welcher Situation. Elvis zeigt in unterschiedlichsten Situationen stets viel „will to please“ und möchte bei der Arbeit, beim Spaziergang und im Alltag einfach nur gefallen. 

In Trainings- und Prüfungssituationen ist er ansprechbar, im Wartebereich absolut in sich ruhend und entspannt. Er vertraut bei der Führung immer bedingungslos, zweifelt seltenst irgendwelche Befehle oder Entscheidungen an und arbeitet auch ausser Sicht absolut zuverlässig. Auch bei den bisherigen jagdlichen Trainings und Prüfungen zeigte er sich sehr passioniert und mit unermüdlichem Einsatz. Durch seine ausgeprägte Geländehärte, sehr gute Merkfähigkeit und seine unermüdliche Arbeitsfreude sind selbst anspruchsvolle Aufgaben und lange Tage/Einsätze für ihn kein Problem und er arbeitet auch diese freudig.

Im Alltag ist Elvis durchweg unauffällig und sehr entspannt. Er ist kein Hund der stetige Aufmerksamkeit einfordert, aber jederzeit für Streicheleinheiten zu haben ist.Elvis ist für mich immer wieder aufs Neue eine tolle Bereicherung in unserem Rudel. Ein sehr harmoniebedürftiger Hund mit enormer Arbeitsfreude, Ausdauer und Teamfähigkeit. Wir werden im weiteren Leben sicherlich noch die ein oder andere Herausforderung meistern, Erfahrungen sammeln und Abenteuer erleben. Der von mir liebevoll genannte „Kamikaze“ macht seinem Namen immer wieder alle Ehre und rockt alles und jeden (inkl. mich )

Keine Ahnung wie oft ich bei Spaziergängen gefragt werde, ob Beau und Elvis verwandt wären. Liegt vielleicht daran, dass beide einfach schwarz und gleich groß sind. Ansonsten sind sie aber charakterlich wirklich unterschiedliche Welten. Und das ist auch gut so. Ich möchte keinen von beiden in meinem Leben missen. 

„Wenn du zwei Hunde hast – hast du da überhaupt noch Zeit für was anderes?“

Das ist auch so eine Frage die ich häufig gestellt bekomme. Und die Antwort lautet definitiv – ja habe ich! Denn meine Hunde leben bei mir und mit meinem Alltag und ich nicht bei Ihnen und mit ihrem Alltag smilie_girl_120.gif. Die zwei Jungs und ich gehen drei Mal am Tag eine ausgiebige Runde spazieren. Es kommen im Schnitt pro Tag so zw. 12 und 15 km an Hunderunden zusammen. Aber ich mache das weil ich das möchte, weil ich die Zeit dazu habe und weil es für mich einfach ein schöner Ausgleich ist. Ich bin draußen an der frischen Luft, habe Bewegung und genieße diese Entschleunigung. Seit ich Hunde habe war ich nie mehr wirklich krank. (bis auf zwei Ausnahmen). 

Ich kann Euch auch gar nicht sagen, was für tolle, neue Menschen ich dank der Hunde und der ganzen Dummysache, Jagdlichen Kurse, usw. kennengelernt habe.So viele Bereicherungen für meinen neuen Alltag nach meiner Kopf Sache, so viele wichtige Sachen für meinen Alltag nach der Kopfsache. Die Hunde sind für mich, wie für wen anders z.B. Tennis, Fußball oder sonstiges, ein Hobby, das einfach seine Zeit in Anspruch nimmt. Aber nicht den ganzen Tag. Meine Hunde können sehr wohl, sehr gut auch mal alleine sein, lassen sich auch problemlos von meinem Dad, einer Freundin oder auch meiner Tante zum Spaziergang ausführen und hören da genau so gut, so dass es für alle entspannt ist. Sie brauchen kein 24/7 Verhätscheln und betreut werden, sie genießen auch einfach mal ihre Ruhe. 

Natürlich sind die Hunde für mich Verantwortung, natürlich nehmen sie im Leben eine gewisse Spontanität und schränken in manchen Dingen ein, aber für mich sind sie eine wahnsinnige Bereicherung im Alltag, Sie haben mir immer schon eine Aufgabe, eine Struktur, ein tolle Gesellschaft und einfach eine bereichertes Leben gegeben. Und was ich einfach sehr an den beiden schätze ist die Tatsache, dass sie einen nie direkt abstempeln, bewerten oder verurteilen wenn man mal einen Fehler macht, schlecht gelaunt ist oder sonstiges. Was meine Hunde meinen bisherigen Beziehungspartnern voraus hatten? – sie waren mir bedingungslos treu, so blöd es klingt – in guten wie in schlechten Zeiten, haben mit mir zusammen gelacht und geweint und wir haben als Team uns immer wieder durch schwierige Zeiten gekämpft. 

Ich würde sagen sie sind einfach sehr gute Freunde von mir und wir haben immer wieder tolle Tage miteinander. Und wenn es mal schlechte Tage gibt, dann lässt der eine den anderen nicht einfach so im Stich. Wir leben ein Familienleben, bei dem jeder an sich auch gut alleine könnte, aber es eben nicht möchte. Und deshalb habe ich einfach meine zwei Hunde. Damit ich meinen Alltag nicht alleine bestreiten muss, dass ich nicht alleine in meinem Haus hier sitze und dass ich auch nicht vereinsame. Denn so bin ich immer wieder gezwungen raus zu gehen, mit den Hunden zu arbeiten und somit auch anderen Kontakt zu anderen Menschen zu pflegen usw. Und ich versuche den Jungs im Gegenzug dafür ein schönes und artgerechtes Leben zu haben. Und ja – für mich geht das sehr gut so, da ich wie gesagt nicht mehr fünf Tage die Woche jeden Tag acht Stunden arbeite. Ich habe also genug Zeit auch noch für andere Dinge in meinem Leben, trotz der zwei Hunde smilie_girl_120.gif

Ich hoffe ich konnte heute mal ein bisschen näher bringen, was für mich meine zwei Hunde ausmachen. Natürlich könnte ich hier noch wesentlich mehr darüber schreiben, aber der jetzige Artikel ist schon etwas länger geworden als ursprünglich geplant. Ich hoffe ihr seht mir das nach.

Die zwei Jungs gehören einfach, wie so manch andere Dinge in meinem Leben, einfach zu mir dazu. Und nein, nur weil sie schwarz sind, sind sie nicht böse oder vereinnahmen mich 24 Stunden mit Arbeit. Wir haben einfach beschlossen unsere gemeinsame Zeit, die uns hier auf Erden geschenkt ist, in einer wunderbaren Wohngemeinschaft zu verbringen. Und ich bin wirklich für jeden Tag sehr dankbar. Auch wenn es manchmal Nerven kostet. Aber ich will jetzt nicht behaupten, dass ich die Jungs nicht auch ab und an mal Nerven koste smilie_girl_120.gif

Eine schöne Win-Win Sache also und ich hoffe, dass ihr auch so was ähnliches in Eurem Alltag/Leben habt, das Euch immer wieder bereichert. 

Denn es ist schön wenn man solche Geschenke im Leben hat.

Liebe Grüße

– Michaela

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